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Kann Cannabis als Bonsai gezogen werden?

Wörtlich übersetzt bedeutet Bonsai „Pflanze im Topf“. Somit ist eigentlich jede in einem Topf gezogene Cannabis-Pflanze auch ein Cannabis Bonsai. Allgemein wird unter einem Bonsai aber ein Gewächs verstanden, welches einem winzigen Baum ähnelt und in der Regel auch die folgenden Eigenschaften aufweist

  • radialer Wurzelansatz
  • verholzter Stamm
  • kleine Blätter
  • strukturierte Anordnung der Äste

Bei der Bonsai-Kunst werden echte Bäume verwendet, welche unter normalen Bedingungen viele Meter hoch werden könnten. Durch den begrenzten Platz und das regelmäßige Beschneiden des Baums wächst dieser im Miniatur-Format.

Auch wenn Cannabis nicht die idealen Eigenschaften für eine Aufzucht als Bonsai besitzt, ist es durchaus möglich, die Pflanze nach den Regeln dieser fernöstlichen Garten-Kunst aufzuziehen.
Wie ein Cannabis Bonsai erschaffen werden kann und was dabei beachtet werden muss, zeigen wir im folgenden Ratgeber.

Wozu dient ein Cannabis Bonsai?

Die Pflege eines Bonsais ist aufwendig, und der Ertrag liegt deutlich unter dem herkömmlicher Cannabis Pflanzen. Daher werden Cannabis-Bonsais eher von Liebhabern gezüchtet und dienen nicht der Produktion einer reichhaltigen Ernte.

Wer aber ohnehin Cannabis anbaut, kann viel Freude daran haben, es auch einmal mit einem Cannabis-Bonsai zu versuchen. Eine gelungene Züchtung ist schön anzusehen und sorgt bei Besuchern und Kunden für Eindruck.

Für Hobby-Züchter mit sehr wenig Platz kann der Bonsai eine gute Alternative zum herkömmlichen Anbau darstellen. Er lässt sich auch in kleinen Wohnungen ziehen und wirft bei guter Pflege trotz der geringen Größe eine gewisse Ernte ab. Für eine ausreichende und zusätzliche künstliche Beleuchtung muss allerdings auch beim Bonsai gesorgt werden, da reines Tageslicht in der Wohnung normalerweise nicht ausreicht.

Grower, die selber Mutterpflanzen habe, sich regelmäßig Stecklinge herstellen und gleichzeitig nur begrenzten Platz zur Verfügung haben, können mit Bonsai Müttern wesentlich mehr Sorten bereithalten. Auch Bonsai Mütter können eine große Anzahl von Stecklingen pro Jahr erzeugen.

Aufzucht und Pflege von Bonsai-Cannabis

Damit der Cannabis Bonsai die typische Gestalt annimmt, ist viel Pflege erforderlich. Die über die erwünschte Größe hinauswachsenden Zweige und Blätter müssen regelmäßig beschnitten werden, ohne der Pflanze dabei so zu schaden, dass diese eingeht. Auch die Wurzeln sollten in regelmäßigen Abständen gestutzt werden, da sie ansonsten zu groß für den kleinen Topf werden.
Durch die Aufzucht in einer typischen Bonsai-Schale wird die Pflanze klein gehalten und entwickelt ein dichtes Wachstum. Sie soll quasi lernen, dass ihr nicht mehr Platz zur Verfügung steht und sie mit den Gegebenheiten auskommen muss.

Der Stamm kann mit Hilfe von Draht oder Bändern in der gewünschten Position fixiert werden, so dass ein typisches Bild entsteht. Sehr beliebt sind beispielsweise horizontal abknickende oder geringelte Stämme. Auch Triebe werden zurecht gebunden oder anderweitig fixiert, so dass die Richtung des Wachstums gesteuert werden kann.

Die Triebe sollten so reduziert werden, dass sie nicht zu dicht nebeneinanderstehen, da sie ansonsten nicht genug Licht erhalten würden. Daher werden übermäßige Triebe frühzeitig entfernt.
Genau wie normale Cannabis Pflanzen benötigt auch der Cannabis Bonsai viel Licht und Erde mit einer bestimmten Nährstoffdichte. Daher muss eine regelmäßige (moderate) Düngung und gelegentlich auch ein Wechsel der Erde erfolgen. Der pH-Wert sollte ebenfalls berücksichtigt werden.

Kann die Pflanze mehrere Jahre überleben?

Echte Bonsai Bäume werden häufig sehr alt. Bei Cannabis handelt es sich dagegen um eine einjährige Pflanze, welche normalerweise nach der Blüte nicht weiterlebt.
Es ist aber trotzdem nicht unmöglich, einen Cannabis Bonsai auch über mehrere Jahre am Leben zu erhalten, allerdings sind hierfür verschiedene Maßnahmen erforderlich:

  • Blüten nicht vollständig entfernen: Damit die Pflanze nach der Blüte nicht abstirbt, sondern nach einer Pause jeweils eine erneute Wachstums- und Blütephase einlegen kann, dürfen nicht alle Blüten geerntet werden. Am besten stehen die Chancen, wenn die meisten oder alle Buds am Cannabis-Bonsai belassen werden, aber auch wer nur die unteren Blüten stehen lässt und die oberen aberntet kann darauf hoffen, dass der Bonsai weiterlebt.
  • Wurzeln beschneiden und Erde wechseln: Im Gegensatz zu einem echten Baum handelt es sich bei Cannabis um eine schnell wachsende Pflanze mit einem sehr hohen Nährstoffbedarf. Da die Pflanze sehr sensibel reagiert, wenn die erforderlichen Nährstoffe nicht vorhanden sind, muss der Grower auf eine entsprechende Düngung und den regelmäßigen Wechsel der Erde achten.
  • kleines Pflanzgefäß: In einer Bonsai-Schale steht nur eine begrenzte Menge Erde zur Verfügung. Dadurch bleiben die Pflanzen klein, allerdings sind auch die benötigten Stoffe in der Erde schnell aufgebraucht. Daher muss die der Cannabis Bonsai von Zeit zu Zeit aus der Schale genommen werden. Hierbei erfolgt dann ein Beschnitt der Wurzeln mit einer desinfizierten Schere. Gleichzeitig kann vorsichtig die mittlerweile nährstoffarme Erde zwischen den Wurzeln entfernt und durch neue ersetzt werden.
  • Nicht blühen lassen: Eine andere Möglichkeit, die Pflanze über mehrere Jahre zu erhalten ist es, sie gar nicht in die Blüte zu schicken. Dies wird vor allem bei Mutterpflanzen praktiziert, welche für die Herstellung von Stecklingen gehalten werden. Allerdings kann das regelmäßige Beschneiden von Ästen, Blättern und Wurzeln zu Stress bei der Pflanze führen, wodurch Zwittern ausgelöst werden kann. Daher ersetzen die meisten Grower ihre Mutterpflanzen regelmäßig durch Stecklinge, so dass auch diese Pflanzen keine mehrjährige Lebensdauer haben.

Die Verholzung des Stamms

Damit der Cannabis Bonsai wie ein echter Miniatur-Baum aussieht, sollte der Stamm trotz der geringen Größe der Pflanze möglichst stabil sein und mit der Zeit eine holzartige Struktur entwickeln. Dies gelingt vor allem bei mehrjährigen Pflanzen, aber auch ein einjähriger Cannabis-Bonsai kann bereits einen kräftigen Stamm ausbilden, welcher auch bei einer starken Blütephase in der Lage ist, die schweren Blüten zu tragen. Damit der Stamm besser verholzt, kann er einer moderaten Belastung ausgesetzt werden. Hierzu gehört beispielsweise Wind, welcher bei den Zimmerpflanzen auch mit einem Ventilator simuliert werden kann.

Cannabis-Bonsai-selber-machen

 

Welche Sorten sind für die Bonsai-Zucht geeignet?

Nicht aus jeder Cannabis-Sorte lässt sich ein Bonsai machen. Vor allen die besonders groß wachsenden Varianten sind hierfür eher ungeeignet. Ein wichtiger Faktor für die Eignung als Cannabis-Bonsai ist eine hohe Stressresistenz, denn durch die regelmäßige Beschneidung von Ästen, Wurzeln und Blättern wird die Pflanze einer Belastung ausgesetzt, welche möglicherweise zu einer unerwünschten Hybridisierung oder sogar zum Absterben führen kann.

Für die Bonsai-Zucht sind belastbare und ohnehin vergleichbar klein bleibende Sorten empfehlenswert, also vorrangig Indicas. Einige kleine autoflowering Sorten aus der 1. Generation entwickeln automatisch eine Bonsai-ähnliche und extrem platzsparende Wuchsstruktur. Diese reagieren aber im Allgemeinen weniger gut auf Beschneiden.

Fazit: Eine Bonsai-Zucht kann auch bei Cannabis gelingen

Die Zucht von Cannabis-Bonsaius ist schwieriger, als bei einem echten Bonsai-Baum, denn die Cannabis-Pflanze weist eine denkbar ungeeignete Struktur auf und stellt hohe Ansprüche an ihre Umgebung. Ist die Zucht erfolgreich, ist es umso erfreulicher, einen schönen Cannabis-Bonsai zu besitzen und von diesem vielleicht sogar noch einen verhältnismäßig guten Ertrag zu erhalten oder einen Cannabis-Bonsai als Deko zu nutzen. Da es sich bei Cannabis um eine einjährige Pflanze handelt, ist die Zucht eines mehrjährigen Bonsais komplizierter. Wenn es gelingt, ist in der Regel meist nach sieben Jahren Schluss, oft stirbt die Pflanze deutlich früher. Im Gegensatz zum „echten“ Bonsai-Baum handelt es sich somit beim Cannabis Bonsai um ein vergleichsweise kurzes Projekt.

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